Viel Tradition, viele Sorgen: Drittliga-Klubs zwischen Hoffnung und Existenzkampf
Zwar steht Dynamo Dresden durch nachträglich gezahlte Corona-Hilfen derzeit gut da, doch ein erneuter Nicht-Aufstieg würde ein Minus in der Kasse unvermeidbar machen. "Der Anspruch von Dynamo Dresden ist klar. Ich bin nicht hergekommen, um noch ein weiteres Jahr dritte Liga zu spielen", sagte der aus Freiburg gekommene Trainer Thomas Stamm vor dem Auftakt bei Viktoria Köln am Sonntag (13.30 Uhr/MagentaSport).
Zum Match-Center: Viktoria Köln vs. Dynamo Dresden
Neben Dresden tummeln sich mit den Absteigern Hansa Rostock und VfL Osnabrück, Arminia Bielefeld, Rot-Weiss Essen und Aufsteiger Alemannia Aachen viele weitere große Namen in der 3. Liga, die am Freitag (19.00 Uhr/MagentaSport) mit dem Traditionsduell zwischen 1860 München und dem 1. FC Saarbrücken eröffnet wird. Die Ziele und Ansprüche dieser Klubs klaffen teilweise weit auseinander - zwischen Aufstiegshoffnungen und Existenzkampf ist es ein schmaler Grat.
Weitere Trikot-Werbefäche soll Lücke schließen
Denn finanziell und sportlich ist die Liga eine große Herausforderung. Zum Vergleich: Drittligisten können in dieser Saison mit TV-Erlösen in Höhe von rund 1,2 Millionen Euro kalkulieren - eine Liga höher sind es etwa 9,9 Millionen Euro. Der Wettanbieter bwin sprang dazu als Vermarktungspartner ab, die Suche nach einem Nachfolger lief (bislang) erfolglos.
"Es ist so, dass die Gesamtvermarktungserlöse dieses Jahr tatsächlich ein bisschen zurückgehen. Das bewegt sich im fünfstelligen Bereich", sagte Tom Eilers, Vorsitzender des Ausschusses 3. Liga beim Deutschen Fußball-Bund (DFB). Den Klubs wurde deshalb die Möglichkeit eingeräumt, für die anstehende Spielzeit eine weitere Werbefläche auf dem Trikotärmel zu vermarkten.
"Die Liga ist ein Marathon mit 38 Spielen"
Denn für die Vereine ist jeder Erlös wichtig. Das gilt auch für Rostock. Der Zweitliga-Absteiger musste seinen Etat fast halbieren, mit einem Volumen von 27,9 Millionen Euro hat die Kogge aber immer noch das doppelte des Drittliga-Durchschnitts zur Verfügung. Sportlich dämpfen die Verantwortlichen trotzdem die Erwartungen.
"Wir müssen vom Kopf her die Liga annehmen und dürfen nicht glauben, es geht von alleine", sagte Trainer Bernd Hollerbach, der auf die Arminia in der Vorsaison verwies. Die Ostwestfalen hatten als Absteiger lange um den Klassenerhalt gekämpft und wären beinahe im Amateurfußball verschwunden. Das soll den Rostockern nicht passieren. "Die Liga ist ein Marathon mit 38 Spielen", betonte Hollerbach: "Es wird eine ganz schwierige Saison."